In USA gängiges Pestizid korreliert mit doppeltem Parkinson-Risiko

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14. Januar 2026

Mirko Fabian/UnSplash

Eine neue Studie von UCLA Health hat ergeben, dass eine langfristige Exposition gegenüber dem Pestizid Chlorpyrifos im Wohnbereich mit einem mehr als 2,5-fach erhöhten Risiko für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit verbunden ist. Die Studie, die in der Fachzeitschrift „Molecular Neurodegeneration“ veröffentlicht wurde, kombiniert Bevölkerungsdaten mit Laborexperimenten, die zeigen, wie das Pestizid dopaminproduzierende Gehirnzellen schädigt, und liefert damit biologische Belege für diesen Zusammenhang.

Warum das wichtig ist

Fast eine Million Amerikaner leben mit der Parkinson-Krankheit, einer fortschreitenden neurologischen Erkrankung, die Zittern, Steifheit und Bewegungsschwierigkeiten verursacht. Zwar spielt die Genetik eine Rolle, doch werden Umweltfaktoren wie die Pestizidbelastung zunehmend als wichtige Mitursachen anerkannt. Chlorpyrifos wird seit Jahrzehnten in großem Umfang in der Landwirtschaft eingesetzt. Obwohl seine Verwendung im privaten Bereich 2001 verboten und sein Einsatz in der Landwirtschaft 2021 eingeschränkt wurde, wird Chlorpyrifos in den USA nach wie vor bei vielen Kulturpflanzen verwendet und ist auch in anderen Ländern weit verbreitet. Das Wissen darüber, welche spezifischen Pestizide das Parkinson-Risiko erhöhen, könnte Präventionsstrategien beeinflussen und dabei helfen, Personen zu identifizieren, die von einer frühzeitigeren Überwachung oder zukünftigen Schutzmaßnahmen profitieren könnten.

Was in der Studie untersucht wurde

Die Forscher analysierten Daten von 829 Menschen mit Parkinson und 824 ohne diese Erkrankung, die alle Teil der langjährigen „Parkinson’s Environment and Genes“-Studie der UCLA waren. Das Team nutzte kalifornische Berichte zum Pestizideinsatz sowie die Wohn- und Arbeitsadressen der Teilnehmer, um die individuelle Exposition gegenüber Chlorpyrifos im Zeitverlauf abzuschätzen. Um zu verstehen, wie das Pestizid Hirnschäden verursachen könnte, setzten die Forscher Mäuse elf Wochen lang aerosolisiertem Chlorpyrifos aus – unter Verwendung von Inhalationsmethoden, die die typische Exposition des Menschen gegenüber der Chemikalie nachahmen. Außerdem führten sie Experimente an Zebrafischen durch, um die spezifischen biologischen Schadensmechanismen zu identifizieren.

Was sie herausfanden

Menschen mit langfristiger Chlorpyrifos-Exposition am Wohnort hatten ein mehr als 2,5-mal höheres Risiko, an Parkinson zu erkranken, als Menschen ohne eine solche Exposition. Mäuse, die dem Pestizid ausgesetzt waren, entwickelten Bewegungsstörungen und verloren dopaminproduzierende Neuronen – genau jene Zellen, die bei Parkinson-Patienten absterben. Die exponierten Mäuse zeigten zudem eine Gehirnentzündung und eine abnormale Anreicherung von Alpha-Synuclein, einem Protein, das bei der Parkinson-Krankheit zu Klumpen bildet. Experimente mit Zebrafischen zeigten, dass Chlorpyrifos Neuronen schädigt, indem es die Autophagie stört – den zellulären Prozess, der beschädigte Proteine abbaut. Als die Forscher diesen Abbauprozess wiederherstellten oder das Synuclein-Protein entfernten, waren die Neuronen vor Schäden geschützt.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse identifizieren eine Autophagie-Dysfunktion als potenzielles Ziel für die Entwicklung von Therapien, die das Gehirn vor Schäden durch Pestizide schützen könnten. Die Forscher weisen darauf hin, dass der Einsatz von Chlorpyrifos in den USA in den letzten Jahren zwar zurückgegangen ist, viele Menschen jedoch in der Vergangenheit dem Stoff ausgesetzt waren und ähnliche Pestizide nach wie vor weit verbreitet sind. Zukünftige Studien könnten untersuchen, ob andere häufig verwendete Pestizide ähnliche Schäden verursachen und ob Maßnahmen zur Verbesserung der zellulären Reinigungsvorgänge das Parkinson-Risiko in exponierten Bevölkerungsgruppen senken könnten. Die Arbeit legt zudem nahe, dass Menschen mit bekannter historischer Exposition gegenüber Chlorpyrifos von einer engmaschigeren neurologischen Überwachung profitieren könnten.

Von den Experten

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